Dortmund – Werder 2:2: Füllkrug rettet Punkt in der Nachspielzeit

Dortmund führt bis zur 88. Minute 2:0, dann treffen Reis und Füllkrug. Karl Hein hält Werder zuvor mit sieben Paraden im Spiel.

Dortmund – Werder 2:2: Füllkrug köpft den Punkt in der Nachspielzeit

Der Ablauf

Die erste Halbzeit war vor allem ein Spiel der Geduld. Werder verteidigte tief und kompakt, Dortmund kam erst nach einer halben Stunde zum ersten Torschuss. Die beste Bremer Gelegenheit vor der Pause hatte Reis, der nach einem Konter das Tor verfehlte. Auf der anderen Seite verfehlte Marcel Sabitzer mit einem Freistoß knapp, kurz vor der Pause parierte Karl Hein gegen Maximilian Beier.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der BVB den Druck. Hein hielt gegen Nico Schlotterbeck und mehrfach gegen Ethan Nwaneri. In der 54. Minute hatte Werder die größte Chance: Füllkrug kam frei vor Gregor Kobel zum Abschluss, scheiterte aber. Nach gut einer Stunde traf Nwaneri per Fallrückzieher, Schiedsrichter Christian Dingert hatte aber schon zuvor ein Foul von Waldemar Anton an Füllkrug gepfiffen.

In der 80. Minute fiel dann doch das 1:0: Daniel Svensson traf aus kurzer Distanz nach Vorarbeit des eingewechselten Fabio Silva. Fünf Minuten später köpfte Schlotterbeck nach einer Ecke am langen Pfosten zum 2:0 ein. Das Spiel schien entschieden.

Es war es nicht. In der 88. Minute eroberte Oskar Wójcik im Dortmunder Aufbau den Ball, Reis setzte sich durch und traf von der Strafraumgrenze an den Innenpfosten und ins Tor. In der Nachspielzeit brachte Marco Grüll einen Freistoß in den Strafraum, und Füllkrug köpfte unbedrängt zum 2:2 ein.

MinuteStandWas passierte
19.0:0Pieper muss verletzt raus, Wójcik kommt
37.0:0Reis verfehlt nach einem Konter das Tor
43.0:0Hein pariert gegen Beier
54.0:0Füllkrug scheitert an Kobel
61.0:0Hein hält gegen Nwaneri
80.1:0Svensson aus kurzer Distanz, Vorlage Fabio Silva
85.2:0Schlotterbeck per Kopf nach einer Ecke
88.2:1Reis an den Innenpfosten und ins Tor, Vorlage Wójcik
90.+22:2Füllkrug per Kopf nach Freistoß von Grüll

85. Minute — das 0:2

Ecke für Dortmund, Schlotterbeck steigt am langen Pfosten hoch. Der Verteidiger, der vor dem Spiel noch als fraglich galt, köpft Dortmund scheinbar zum fünften Sieg im fünften Spiel.

88. Minute — der Anschluss

Wójcik fängt einen Dortmunder Pass ab, Reis setzt sich durch und zieht von der Strafraumgrenze ab. Der Ball springt vom Innenpfosten ins Netz. Nach den Werten der Bundesliga hatte der Schuss eine Torwahrscheinlichkeit von drei Prozent.

90.+2 — der Ausgleich

Freistoß Grüll, der Ball senkt sich in den Strafraum. Füllkrug steht frei und köpft ein, ausgerechnet gegen seinen früheren Verein.

Die Tore

MinuteStandTorschützeVorlage
80.1:0Daniel SvenssonFabio Silva
85.2:0Nico SchlotterbeckJoey Veerman
88.2:1Ludovít ReisOskar Wójcik
90.+22:2Niclas FüllkrugMarco Grüll

Eine Stunde lang ging Werders Plan auf

Werder kam nicht nach Dortmund, um das Spiel offen zu gestalten. Die Mannschaft stand tief, verteidigte bei Dortmunder Ballbesitz mit fünf Spielern in der Abwehrkette und suchte nach Ballgewinnen den schnellen Weg nach vorn. Dortmund hatte deutlich mehr vom Ball, brauchte aber rund eine halbe Stunde bis zum ersten Torschuss.

Ganz ohne eigene Gefahr blieb Werder dabei nicht. Reis kam nach einem Konter zum Abschluss, Füllkrug hatte nach der Pause die größte Chance auf die Führung. Dass Dortmund lange kein Tor gelang, lag deshalb auch an einer Mannschaft, die ihren Plan diszipliniert umsetzte, obwohl sie früh umbauen musste: Nach 19 Minuten ging Amos Pieper verletzt vom Platz.

Hein hält Werder im Spiel

Dortmund kam nach den Werten der Bundesliga auf 2,47 erwartete Tore, Werder auf 1,07. Dass es trotzdem bis zur 80. Minute 0:0 stand, lag vor allem an Karl Hein. Er kam auf sieben Paraden, gegen Beier, Schlotterbeck, Sabitzer und immer wieder gegen Nwaneri. Bei den beiden Gegentoren war er machtlos. Die Fans wählten ihn mit 42 Prozent der Stimmen zum Spieler des Spiels.

Wichtig waren die Paraden auch deshalb, weil sie in verschiedenen Phasen kamen. Vor der Pause, gegen Sabitzer und Beier, verhinderte Hein, dass Dortmund seine wachsende Kontrolle in eine Führung ummünzte. Nach dem Wechsel, als der Druck spürbar zunahm, hielt er gegen Schlotterbeck und zweimal gegen Nwaneri. Ohne diese Paraden wäre die Ausgangslage für die späte Bremer Aufholjagd deutlich schlechter gewesen.

Wójcik: nach 19 Minuten gefragt, in der 88. entscheidend

Für Oskar Wójcik begann der Abend früher als geplant. Als Pieper mit muskulären Problemen vom Feld musste, kam Wójcik in eine Partie, in der Werder vor allem verteidigen musste. Es war erst sein zweites Bundesligaspiel: Sein Debüt hatte er drei Wochen zuvor in der Schlussphase gegen Augsburg gegeben.

In Dortmund stand er gut 70 Minuten auf dem Platz, und ausgerechnet er leitete die Wende ein. In der 88. Minute fing Wójcik einen Dortmunder Pass im Aufbau ab, Reis nahm den Ball auf und traf. Die Bundesliga führt Wójcik als Vorlagengeber.

Wieder nach der Pause, wieder nach einem 0:2

Zum zweiten Mal hintereinander holte Werder nach einem 0:2 noch Punkte. Gegen Augsburg lag Werder bis zur 66. Minute mit 0:2 hinten und gewann noch 3:2. In Dortmund dauerte der Rückstand sogar bis zur 88. Minute, am Ende stand ein Punkt. Aus diesen beiden Spielen hat Werder vier Punkte geholt.

Zwei Spiele machen noch keine feste Eigenschaft einer Mannschaft. Auffällig ist die Reaktion trotzdem. Gegen Augsburg dauerte es nach dem 0:2 acht Minuten bis zum Anschluss, in Dortmund fiel das 2:1 erst in der 88. Minute, und Werder kam danach noch zu einer weiteren Gelegenheit. Zum Bundesliga-Start in Freiburg sah das anders aus: Dort lag Werder nach 48 Minuten mit 0:3 zurück und verlor 1:4. Thiounes „Mentalität, Bereitschaft, Wille" lässt sich an den beiden jüngsten Spielen zumindest mit Ergebnissen belegen.

Auch die zweite Serie hält: Beide Bremer Tore fielen nach der Pause. Von den zehn Bundesligatoren dieser Saison hat Werder neun in der zweiten Halbzeit erzielt. Die einzige Ausnahme bleibt Eren Dinkçis Treffer in der 4. Minute gegen Leipzig.

Füllkrug trifft gegen den Ex-Verein

Für Füllkrug war es die Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte. In der Saison 2023/24 spielte er für Dortmund. Jetzt traf er in der Nachspielzeit gegen den BVB. Es ist sein viertes Bundesligator der Saison, nach den Treffern gegen Leipzig, in Köln und gegen Augsburg. Mit dem Tor im Pokal in Lüneburg steht er bei fünf Toren in sechs Pflichtspielen.

Dass ausgerechnet er den Punkt rettete, passte zur Dramaturgie des Abends: Mit Dortmund stand Füllkrug 2024 noch im Champions-League-Finale, jetzt nahm er seinem früheren Verein in der Nachspielzeit zwei Punkte.

Reis erzielte sein erstes Bundesligator der Saison. Getroffen hatte er zuvor nur in der ersten Pokalrunde in Lüneburg.

Wer gespielt hat

Thioune schickte dieselbe Startelf auf den Platz wie gegen Augsburg. Für Pieper gab Thioune nach dem Spiel Entwarnung: Einen strukturellen Schaden schloss er vorerst aus. Auch Youri Regeer, der nach gut einer Stunde mit Verhärtungen im Rücken vom Platz ging, soll in dieser Woche wieder trainieren.

PositionWerder Bremen
TorKarl Hein
AbwehrArthur, Amos Pieper, Marco Friedl, Olivier Deman
MittelfeldLudovít Reis, Youri Regeer, Chuki
AngriffEren Dinkçi, Marco Grüll, Niclas Füllkrug
EingewechseltOskar Wójcik für Pieper (19.), Mitchell Weiser für Arthur (65.), Dariusz Stalmach für Regeer (65.), Mick Schmetgens für Dinkçi (81.), Paul Erevbenagie für Chuki (81.)

Bei Dortmund stand Schlotterbeck trotz seiner Verletzung aus der Länderspielpause in der Startelf. Kovač brachte Fabio Silva in der 63. Minute für Nwaneri, Veerman und Konstantinos Karetsas kamen in der 72. Minute für Jobe Bellingham und Sabitzer. Gelb sahen Stalmach, Veerman und Felix Nmecha sowie Thioune an der Seitenlinie.

Die Tabelle

PlatzVereinSpieleTorePunkte
1.SC Freiburg514:413
2.Borussia Dortmund511:413
3.FC Bayern München516:411
4.Bayer 04 Leverkusen514:810
5.RB Leipzig515:59
6.FC Augsburg513:88
7.SV Werder Bremen510:108
8.1. FSV Mainz 05513:107

Werder klettert vom achten auf den siebten Platz. Dortmund verlor die Tabellenführung am Sonntag an den SC Freiburg, der gegen Schalke gewann und bei gleicher Punktzahl die bessere Tordifferenz hat.

Die Bilanz gegen Dortmund, fortgeschrieben

DatumBegegnungErgebnisHalbzeit
31.08.2024Werder – Dortmund0:00:0
25.01.2025Dortmund – Werder2:21:0
13.01.2026Dortmund – Werder3:01:0
16.05.2026Werder – Dortmund0:20:0
09.10.2026Dortmund – Werder2:20:0

Gewonnen hat Werder gegen Dortmund weiterhin nicht, die Serie steht jetzt bei acht Bundesliga-Duellen ohne Sieg. Es ist aber der erste Bremer Punkt gegen den BVB seit dem 2:2 in Dortmund im Januar 2025, und es sind die ersten Gegentore, die Dortmund in dieser Bundesliga-Saison im eigenen Stadion kassiert hat.

Wie es weitergeht

Nach dem Spiel in Dortmund folgen zwei Ligaspiele, dann geht es noch einmal in den Signal Iduna Park.

  1. Samstag, 17. Oktober, 15:30 Uhr — Werder gegen SC Paderborn 07.
  2. Samstag, 24. Oktober, 15:30 Uhr — 1. FSV Mainz 05 gegen Werder.
  3. Dienstag, 27. Oktober, 20:45 Uhr — Borussia Dortmund gegen Werder, 2. Pokalrunde. Live im ZDF.
  4. Samstag, 31. Oktober, 15:30 Uhr — Werder gegen TSG Hoffenheim.

Häufige Fragen

Wie ist Dortmund gegen Werder ausgegangen?

2:2. Zur Pause stand es 0:0, Dortmund führte bis zur 88. Minute mit 2:0.

Wer hat die Tore geschossen?

Für Dortmund trafen Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (85.), für Werder Ludovít Reis (88.) und Niclas Füllkrug (90.+2).

Wer wurde zum Spieler des Spiels gewählt?

Karl Hein, mit 42 Prozent der Stimmen in der Fan-Abstimmung der Bundesliga. Er kam auf sieben Paraden.

Wie viele Zuschauer waren im Stadion?

81.365, das Stadion war ausverkauft.

Wo steht Werder jetzt in der Tabelle?

Auf Platz sieben mit acht Punkten und 10:10 Toren.

Wann spielt Werder wieder?

Am Samstag, 17. Oktober, um 15:30 Uhr im Weserstadion gegen den SC Paderborn 07.

Vor dem Spiel: Borussia Dortmund – Werder Bremen: Vorbericht zum 5. Spieltag