Werder Bremen – FC Augsburg: Vorbericht zum 4. Spieltag
Werder empfängt am 19. September den FC Augsburg. Bilanz, Zahlen zum Saisonstart, Personallage und warum die zweite Halbzeit entscheidet — der Vorbericht.
Werder gegen Augsburg: ein Gegner, der aus der Kabine kommt
Der FC Augsburg ist mit sieben Punkten aus drei Spielen in die Saison gestartet, ungeschlagen, mit 9:3 Toren. Das klingt nach einer Mannschaft, die Spiele kontrolliert. Der Blick auf die Uhrzeiten der Tore erzählt etwas anderes.
Gegen Schalke traf Michael Gregoritsch in der 18. Minute, danach passierte über eine Stunde nichts — bis Anton Kade in der 79. und Rodrigo Ribeiro in der 92. auf 3:0 stellten. In Frankfurt lag Augsburg zur Pause 0:1 zurück und drehte das Spiel in zwanzig Minuten: 46., 47., 65., dazu das 1:4 in der 89. Gegen Leverkusen wieder dasselbe Bild, wieder ein Rückstand zur Pause, wieder zwei Tore direkt nach dem Seitenwechsel, in der 50. und der 55.
Acht der neun Treffer fielen nach der Halbzeit. Nur Gregoritschs Tor gegen Schalke fiel davor. Wer gegen diese Mannschaft in Führung geht, hat noch nichts gewonnen; wer zur Pause führt, erst recht nicht — Frankfurt und Leverkusen taten genau das und holten zusammen einen Punkt.
Gregoritsch ist mit drei Treffern der auffälligste Mann. Er kam im Sommer fest aus Brøndby, nachdem er die Vorsaison auf Leihbasis in Augsburg verbracht hatte. Dazu kommen Arijon Ibrahimović, Robin Fellhauer, Alexis Claude-Maurice und Fabian Rieder, die in Frankfurt jeweils einmal trafen — die Torgefahr verteilt sich also breit.
Trainer ist seit Dezember 2025 Manuel Baum, sein Vertrag läuft bis 2028. Er übernahm den FCA Anfang Dezember 2025 in einer schwierigen Phase und führte ihn bis Saisonende auf Rang neun. Vor der Reise nach Bremen wählte er einen Satz, der auch von der anderen Seite stammen könnte: „Lassen uns nicht blenden."
Vier Punkte, drei sehr verschiedene Spiele
Werders Saison hat bisher drei Gesichter. In Freiburg ein 1:4, bei dem die Partie nach 55 Minuten entschieden war — Yuito Suzuki traf dreifach, Igor Matanović einmal, Dariusz Stalmach gelang in der 76. nur noch Ergebniskosmetik. Gegen Leipzig ein 3:1, das früh Richtung bekam: Eren Dinkçi in der 4. Minute, Niclas Füllkrug in der 68., Marco Grüll in der 80., das Gegentor durch Ridle Baku erst in der 95. In Köln ein 1:1, in dem Karl Hein nach acht Minuten einen Elfmeter hielt, Linton Maina drei Minuten später trotzdem traf und Füllkrug in der 70. nach einer Ecke ausglich.
Vier Punkte, 5:6 Tore, Platz zehn. Daniel Thioune hat die Lage auf der Pressekonferenz am Donnerstag nüchtern eingeordnet: „Im Moment würde ich sagen, dass wir in der Spur sind, und was wir daraus machen, entscheiden wir am Samstag." Ein Fazit zum Saisonstart will er erst danach ziehen, in der Länderspielpause.
Auffällig ist bei Werder dasselbe wie bei Augsburg, nur andersherum gelesen: Vier der fünf Bremer Tore fielen nach der Pause, nur Dinkçis Treffer gegen Leipzig kam davor. Bei beiden Mannschaften liegt die bisherige Torproduktion also auffällig klar in der zweiten Halbzeit. Ein Spiel, das zur Pause offen ist, muss am Samstag deshalb noch gar nichts heißen.
| Spieltag | Werder Bremen | FC Augsburg |
|---|---|---|
| 1. | SC Freiburg – Werder 4:1 | Augsburg – Schalke 04 3:0 |
| 2. | Werder – RB Leipzig 3:1 | Eintracht Frankfurt – Augsburg 1:4 |
| 3. | 1. FC Köln – Werder 1:1 | Augsburg – Leverkusen 2:2 |
| Bilanz | 1–1–1, 5:6, Platz 10 | 2–1–0, 9:3, Platz 3 |
Der Standard ist Werders zuverlässigste Waffe
Drei der fünf Bremer Saisontore fielen nach Eckbällen. Stalmachs Kopfball in Freiburg nach einer Ecke von Grüll gehört dazu, und Füllkrugs Ausgleich in Köln, den er nach einer Ecke über die Linie stocherte. Das ist bei einer Mannschaft, die aus dem Spiel heraus noch nicht rund läuft, weniger Zufall als Muster — und es ist eine Waffe, die auch dann trägt, wenn Werder wenig Räume bekommt.
Genau das dürfte am Samstag zählen. Augsburg hat in drei Spielen nur drei Gegentore kassiert und in Frankfurt gezeigt, dass die Mannschaft mit einem Rückstand umgehen kann, ohne die Ordnung zu verlieren. Thioune hat den Gegner auf der Pressekonferenz als „unangenehm zu bespielen" beschrieben: defensiv stabil, mit der Fähigkeit, die eigenen Gelegenheiten zu nutzen. Seine Forderung an die eigene Mannschaft lautete, „von Beginn an präsent und energetisch" zu sein und die Qualität nicht vom Ballbesitz abhängig zu machen.
Zu Hause fehlten Werder in der Vorsaison die Tore
In der vergangenen Saison holte Werder zu Hause fünf Siege, vier Unentschieden und acht Niederlagen bei 19:31 Toren. Neunzehn Treffer in siebzehn Heimspielen sind gut einer pro Partie — für einen Verein, der sich über sein Stadion definiert, ist das die eigentliche Zahl hinter Platz 15 und 32 Punkten. Die Saison endete mit 37:60 Toren und einer Bilanz von acht Siegen, acht Unentschieden und achtzehn Niederlagen.
In dieser Spielzeit gab es bisher ein Heimspiel, und es war das beste der drei: Das 3:1 gegen Leipzig war bislang Werders geschlossenste Leistung. Wie neu diese Mannschaft tatsächlich ist, hat Thioune selbst beziffert — sieben der elf Spieler, die gegen Leipzig begannen, waren vor einem Jahr noch nicht da, und fünf der Neuzugänge hatten nach seinen Worten „keine richtige Vorbereitung".
Die Bilanz spricht gegen Werder
Vier Duelle, kein Bremer Sieg. Zum Saisonauftakt 2024/25 ein 2:2 in Augsburg, im Januar 2025 ein 0:2 im Weserstadion, im Dezember 2025 ein torloses 0:0 in der Fuggerstadt, im Mai 2026 ein 1:3 zu Hause. Die beiden Heimspiele in dieser Reihe hat Werder verloren — und in beiden lag die Mannschaft schon zur Pause mit 0:2 zurück.
Der letzte Bremer Sieg gegen den FCA liegt im April 2024: ein 3:0 in Augsburg, damals ein Schritt zum Klassenerhalt.
| Datum | Begegnung | Ergebnis | Halbzeit |
|---|---|---|---|
| 24.08.2024 | Augsburg – Werder | 2:2 | 2:1 |
| 19.01.2025 | Werder – Augsburg | 0:2 | 0:2 |
| 20.12.2025 | Augsburg – Werder | 0:0 | 0:0 |
| 02.05.2026 | Werder – Augsburg | 1:3 | 0:2 |
Wer fehlt, wer zurück ist
Bei Werder ist die Liste lang, aber die schwersten Fälle sind bekannt. Keke Topp fehlt nach einem Kreuzbandriss langfristig, Jens Stage und Justin Njinmah mit Oberschenkelverletzungen. Felix Agu arbeitet im Aufbautraining, Moussa Ndiaye hat Leistenprobleme — der Leiter Profifußball Peter Niemeyer hat einen Einsatz am Samstag früh ausgeschlossen. Mit Agu und Ndiaye fehlen zudem zwei Optionen für die defensive Außenbahn beziehungsweise die linke Seite.
Auf der anderen Seite steht eine Rückkehr, die vor zwei Wochen noch offen war: Senne Lynen hat nach Bauchmuskel- und Beckenproblemen wieder mit der Mannschaft trainiert. Thioune hat die Erwartung allerdings selbst gedämpft — wenn überhaupt, komme für ihn eine untergeordnete Rolle infrage, es gehe zunächst darum, ihn wieder in Form zu bringen. Youri Regeer, in Köln mit Krämpfen ausgewechselt, steht dagegen zur Verfügung. Er gehörte am Dienstag zu einem Quartett, das nach dem Kölner Spiel individuell trainierte — gemeinsam mit Füllkrug, Ludovít Reis und Chuki, bei keinem davon mit Anlass zur Sorge für das Wochenende.
Mitchell Weiser hat in Köln nach vierzehn Monaten Kreuzbandpause sein Comeback gefeiert. Niclas Füllkrug wurde von Bundestrainer Jürgen Klopp nicht für die anstehende Nations-League-Phase nominiert und bleibt deshalb während der Länderspielpause in Bremen.
Beim FCA fehlen Steve Mounié und Tim Breithaupt, beide im Aufbautraining, dazu Tim Schnitzer. Besonders wiegt der Ausfall von Anton Kade, der sich einen Muskelbündelriss zugezogen hat — er hatte gegen Schalke getroffen. Finn Dahmen und Hennes Behrens wurden für die DFB-Auswahl nominiert; am Samstag stehen beide zur Verfügung, die Länderspiele folgen erst danach.
Nach den gängigen Aufstellungsprognosen beginnt Werder voraussichtlich mit Karl Hein im Tor, mit Marco Friedl und Amos Pieper in der Abwehr, mit Youri Regeer und Ludovít Reis im Mittelfeld und mit Eren Dinkçi, Marco Grüll und Niclas Füllkrug vorn. Beim FCA wird Finn Dahmen im Tor erwartet, davor Marius Wolf und Chrislain Matsima, in der Spitze Michael Gregoritsch.
Was am Samstag auf dem Spiel steht
Für Werder folgt nach diesem Spiel die verlängerte Länderspielpause; weiter geht es erst am 9. Oktober mit einem Freitagabendspiel in Dortmund. Fast drei Wochen also, in denen ein Ergebnis nachhallt. Thioune hat angekündigt, den ersten Block danach zu bewerten, und die verletzten Spieler sollen die Pause nutzen, um vollständig fit zu werden.
Rechnerisch geht es um mehr, als vier Punkte vermuten lassen. Ein Sieg brächte Werder auf sieben Punkte und damit punktgleich mit Augsburg. Eine Niederlage ließe Werder mit vier Punkten in eine fast dreiwöchige Bundesliga-Pause gehen — ohne die Möglichkeit, das Ergebnis kurzfristig im nächsten Ligaspiel zu korrigieren.
Häufige Fragen
Wann und wo wird gespielt?
Am Samstag, 19. September 2026, um 15:30 Uhr im Weserstadion in Bremen. Es ist der 4. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27.
Wer überträgt Werder gegen Augsburg?
Sky zeigt die Samstagsspiele um 15:30 Uhr, also auch diese Partie.
Wer pfeift die Partie?
Bastian Dankert.
Wie steht es in der Bilanz?
Werder hat die vergangenen vier Duelle gegen den FC Augsburg nicht gewonnen: 2:2 und 0:0 auswärts, 0:2 und 1:3 zu Hause. Der letzte Bremer Sieg war ein 3:0 in Augsburg im April 2024.
Wer fehlt bei Werder?
Keke Topp (Kreuzbandriss), Jens Stage und Justin Njinmah (Oberschenkel), außerdem Felix Agu und Moussa Ndiaye. Senne Lynen hat wieder mit der Mannschaft trainiert, kommt aber höchstens für eine Nebenrolle infrage.
Wie ist der FC Augsburg gestartet?
Ungeschlagen mit sieben Punkten: 3:0 gegen Schalke, 4:1 in Frankfurt, 2:2 gegen Leverkusen. Damit steht der FCA auf Platz drei.
Wie geht es danach weiter?
Mit der Länderspielpause. Werder spielt erst am 9. Oktober wieder, auswärts bei Borussia Dortmund, danach folgen Paderborn zu Hause und Mainz auswärts.
Nach dem Spiel: Werder Bremen – FC Augsburg 3:2: Spielbericht zum 4. Spieltag