Werder Bremen – TSG Hoffenheim: Vorbericht zum 8. Spieltag
Füllkrug kann Völlers Rekord einstellen, Hoffenheim kommt nach drei Siegen und dem Pokal-Aus. Zu Hause wartet Werder gegen die TSG seit 2014 auf einen Sieg.
Werder gegen Hoffenheim: Füllkrugs Rekordjagd gegen den Bremer Angstgegner
Werder: raus aus dem Pokal, in der Liga ungeschlagen
Der Dienstagabend in Dortmund endete bitter. Werder lag zur Pause 0:2 zurück, kam nach der Pause durch zwei Tore von Füllkrug binnen vier Minuten zurück und verlor doch noch: In der Nachspielzeit drehte Marcel Sabitzer einen Freistoß aus gut 20 Metern ins kurze Eck. Thioune hatte in Dortmund unter anderem Füllkrug und Mitchell Weiser auf der Bank gelassen und nach rund einer Stunde viermal auf einmal gewechselt: Füllkrug, Weiser, Lynen und Ludovít Reis kamen. Thioune und Clemens Fritz begründeten die Rotation mit der Belastung von drei Spielen in acht Tagen.
Den Elfmeter zum Anschluss hatte Mick Schmetgens herausgeholt. Der junge Linksverteidiger vertrat den angeschlagenen Olivier Deman. Das 2:2 bereitete Senne Lynen vor, Füllkrug zog aus der Distanz flach ab.
In der Bundesliga ist Werder seit der Auftaktniederlage in Freiburg ungeschlagen: drei Siege, drei Unentschieden, zuletzt das 3:2 in Mainz. Mit zwölf Punkten steht die Mannschaft auf Platz sechs. Zu Hause hat Werder in dieser Saison noch nicht verloren, gegen Leipzig und Augsburg gab es Siege, gegen Paderborn ein 2:2.
Hoffenheim: drei Siege, dann das Pokal-Aus
Hoffenheim war in der vergangenen Saison Fünfter. Der Start in die neue Spielzeit misslang trotzdem. Nach fünf Spieltagen hatte die Mannschaft von Christian Ilzer drei Punkte und stand auf Platz 17, dazu kamen zwei Niederlagen zum Auftakt der Europa League.
Danach drehte sich die Richtung. Hoffenheim gewann 2:1 in Mönchengladbach, 3:0 gegen Olympique Lyon in der Europa League und am Sonntag 3:0 gegen Bayer Leverkusen. Gegen Leverkusen fielen alle drei Tore ab der 79. Minute, das erste per Elfmeter durch Andrej Kramarić. Es war das 1.000. Bundesliga-Tor der Vereinsgeschichte. Kramarić hatte nach einer Leistenoperation im Sommer erst gegen Lyon sein erstes Saisontor erzielt.
In den Spielen gegen Lyon und Leverkusen war Kramarić an fünf der sechs Hoffenheimer Tore beteiligt: Zwei erzielte er selbst, drei bereitete er vor. Gegen Leverkusen kam er erst zur zweiten Halbzeit. Hinten blieb die TSG in beiden Spielen ohne Gegentor, und gegen Leverkusen lag sie nach den erwarteten Toren der Bundesliga deutlich vorn.
Am Mittwoch folgte der Rückschlag: Beim Zweitligisten Holstein Kiel schied Hoffenheim nach 1:1 und Verlängerung im Elfmeterschießen aus dem Pokal aus. Adam Hložek hatte früh die Führung erzielt.
| Spieltag | Werder Bremen | TSG Hoffenheim |
|---|---|---|
| 1. | Freiburg – Werder 4:1 | Köln – Hoffenheim 3:2 |
| 2. | Werder – Leipzig 3:1 | Hoffenheim – Dortmund 2:3 |
| 3. | Köln – Werder 1:1 | Hoffenheim – Stuttgart 2:1 |
| 4. | Werder – Augsburg 3:2 | Paderborn – Hoffenheim 3:1 |
| 5. | Dortmund – Werder 2:2 | Hoffenheim – HSV 2:3 |
| 6. | Werder – Paderborn 2:2 | Gladbach – Hoffenheim 1:2 |
| 7. | Mainz – Werder 2:3 | Hoffenheim – Leverkusen 3:0 |
| Bilanz | 3–3–1, 15:14, Platz 6 | 3–0–4, 14:14, Platz 10 |
Führungen verspielt, Rückstände aufgeholt
Hoffenheim hat in der Bundesliga noch kein Unentschieden gespielt. Drei der vier Niederlagen endeten 2:3, und in allen drei hatte Hoffenheim geführt: in Köln, gegen Dortmund nach 2:0 und gegen den HSV, der in der Nachspielzeit gewann.
Werder kennt das Gegenteil. Gegen Augsburg, in Dortmund und gegen Paderborn lag die Mannschaft jeweils 0:2 hinten und holte trotzdem Punkte, im Pokal in Dortmund kam sie erneut von 0:2 zurück. Zwölf der 15 Bremer Ligatore fielen nach der Pause. Bei Hoffenheim fielen elf der 14 Gegentore in der zweiten Halbzeit.
Auch beim ersten Tor zeigen beide Teams ein Muster. Hoffenheim traf in fünf von sieben Ligaspielen zuerst. Werder geriet in fünf von sieben zuerst in Rückstand. In Mainz war es umgekehrt, dort führte Werder nach 24 Minuten 2:0. Im Pokal in Dortmund lag die Mannschaft dann nach 17 Minuten wieder 0:2 hinten.
Dazu kommen zwei Serien, die sich nicht vertragen: Werder hat in allen sieben Ligaspielen mindestens ein Gegentor kassiert, Hoffenheim hat in jedem Ligaspiel getroffen. Die Tore verteilen sich bei der TSG auf viele Schultern. Hložek, Adam Daghim, Bambasé Conté und Alexander Prass haben je zweimal getroffen. Prass fehlt am Samstag allerdings gesperrt.
Füllkrug kann mit Völler gleichziehen
Niclas Füllkrug führt mit acht Toren die Torjägerliste der Bundesliga an. Seit dem zweiten Spieltag hat er in jedem Ligaspiel getroffen, sechsmal nacheinander. Den Werder-Rekord hält Rudi Völler, der in der Saison 1982/83 in sieben Bundesligaspielen nacheinander traf. Ein Tor gegen Hoffenheim würde reichen, um ihn einzustellen.
Im Pokal saß Füllkrug zunächst auf der Bank, Thioune hatte das nach eigenen Worten mit ihm abgesprochen. Gegen Hoffenheim kehrt er in die Startelf zurück. Mit den beiden Pokaltoren in Dortmund steht er in dieser Saison bei elf Pflichtspieltoren.
Wenig Pause für beide
Für beide Mannschaften ist es das dritte Spiel binnen acht Tagen. Werder spielte bereits am Dienstag in Dortmund, Hoffenheim erst am Mittwoch in Kiel, dort über 120 Minuten und ein Elfmeterschießen. Die TSG hat damit einen Tag weniger zur Erholung. Am Donnerstag darauf spielt die TSG bereits in der Europa League bei Crystal Palace.
Thioune hat in Dortmund gezeigt, dass er bereit ist zu rotieren. Für Samstag hat er mit Füllkrug zumindest eine Rückkehr in die Startelf angekündigt.
Die Bilanz: zwölfeinhalb Jahre ohne Heimsieg
Im Weserstadion tut sich Werder gegen Hoffenheim seit Jahren schwer. Den letzten Bremer Heimsieg in der Bundesliga gab es 2014, ein 3:1 mit Toren von Philipp Bargfrede, Santiago García und Nils Petersen. Seitdem folgten elf Heimspiele ohne Sieg: fünfmal 1:1, sechs Niederlagen, davon die letzten vier in Folge. Im Januar verlor Werder 0:2, obwohl die Mannschaft fast 40 Minuten in Überzahl spielte. Der letzte Bremer Heimsieg gegen Hoffenheim überhaupt war ein 1:0 im Pokal 2017.
Thioune kennt die Zahlen. Er sagte, man starte trotzdem bei 0:0, und seine Mannschaft sei „in der Lage, die Statistik zu kippen".
Den letzten Sieg gegen Hoffenheim feierte Werder auswärts: Im September 2024 gewann die Mannschaft in Sinsheim 4:3, nach einem 0:3-Rückstand und drei Toren von Jens Stage. Danach gingen die drei jüngsten Duelle an Hoffenheim, zuletzt im Mai ein 1:0 in Sinsheim durch Bazoumana Touré.
| Datum | Begegnung | Ergebnis | Halbzeit |
|---|---|---|---|
| 29.09.2024 | Hoffenheim – Werder | 3:4 | 3:3 |
| 16.02.2025 | Werder – Hoffenheim | 1:3 | 1:2 |
| 27.01.2026 | Werder – Hoffenheim | 0:2 | 0:1 |
| 09.05.2026 | Hoffenheim – Werder | 1:0 | 1:0 |
Wer fehlt, wer zurück ist
Werder muss auf acht Spieler verzichten. Neu dazu kommt Paul Erevbenagie, der sich am Mittwoch im Spiel der U23 verletzt hat, die genaue Diagnose stand zunächst aus. Weiter fehlen Felix Agu, Jens Stage, Salim Musah, Skelly Alvero und Niklas Stark mit Muskelverletzungen, Moussa Ndiaye mit Leistenproblemen und Keke Topp nach seinem Kreuzbandriss.
Fraglich ist Olivier Deman. Er wurde in Mainz zur Pause wegen Schmerzen an einer Sehne unter dem Fuß ausgewechselt und fehlte in Dortmund. Am Donnerstag trainierte er wieder mit, die Entscheidung fällt nach dem Abschlusstraining. Fällt er aus, ist Schmetgens eine Option. Zurück im Kader ist Justin Njinmah nach seiner Oberschenkelverletzung, zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag.
Bei Hoffenheim fehlt Alexander Prass gesperrt. Er hatte gegen Leverkusen nach seinem Tor zum 2:0 das Trikot ausgezogen und dafür Gelb-Rot gesehen. Verletzt fallen Albian Hajdari (Fuß), Nathan De Cat (Knie) und Patrick Wimmer aus. Fraglich ist Max Moerstedt nach einem Schlag am Kopf.
Im Stadion ist erstmals in dieser Saison auch der Bereich in Block 53 wieder freigegeben, in dem im Juli ein Teil der Tribüne eingestürzt war.
Wie es weitergeht
Nach Hoffenheim folgt das Auswärtsspiel in Stuttgart, danach die Länderspielpause.
- Samstag, 31. Oktober, 15:30 Uhr — Werder gegen TSG Hoffenheim.
- Samstag, 7. November, 18:30 Uhr — VfB Stuttgart gegen Werder.
- Sonntag, 22. November, 17:30 Uhr — Werder gegen Hamburger SV.
- Freitag, 27. November, 20:30 Uhr — Werder gegen Borussia Mönchengladbach.
Häufige Fragen
Wann und wo wird gespielt?
Am Samstag, 31. Oktober 2026, um 15:30 Uhr im Weserstadion in Bremen. Es ist der 8. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27.
Wo läuft Werder gegen Hoffenheim?
Sky zeigt die Partie live als Einzelspiel, bei DAZN läuft sie in der Konferenz.
Wer pfeift die Partie?
Tobias Reichel.
Wie steht es in der Tabelle?
Werder ist Sechster mit zwölf Punkten und 15:14 Toren. Hoffenheim ist Zehnter mit neun Punkten und 14:14 Toren.
Wann hat Werder zuletzt zu Hause gegen Hoffenheim gewonnen?
In der Bundesliga 2014 mit 3:1. Seitdem gab es elf Heimspiele ohne Sieg, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen. Im Pokal gewann Werder 2017 zu Hause mit 1:0.
Wer fehlt bei Werder?
Paul Erevbenagie, Felix Agu, Jens Stage, Salim Musah, Skelly Alvero, Niklas Stark, Moussa Ndiaye und Keke Topp. Olivier Deman ist fraglich, Justin Njinmah ist wieder im Kader.
Kann Füllkrug den Vereinsrekord einstellen?
Ja. Füllkrug hat in sechs Bundesligaspielen nacheinander getroffen. Den Werder-Rekord hält Rudi Völler mit sieben Spielen in Folge aus der Saison 1982/83. Mit einem Tor gegen Hoffenheim würde Füllkrug ihn einstellen.