Werder holt in Köln ein 1:1. Hein hält einen Elfmeter, Füllkrug gleicht aus, Weiser feiert nach 14 Monaten sein Comeback — der Spielbericht.
Es war das dritte Duell dieser beiden Mannschaften binnen zehn Monaten, und zum dritten Mal in Folge führte die Heimmannschaft zur Pause mit 1:0. Diesmal reichte es ihr nicht. Werder kam nach dem Seitenwechsel deutlich besser aus der Kabine, drückte eine halbe Stunde lang — und bekam den Ausgleich dort, wo diese Mannschaft ihn in dieser Saison am zuverlässigsten bekommt: nach einem Eckball.
Bemerkenswert ist, wie einig sich beide Seiten hinterher darüber waren. Kölns Trainer René Wagner sprach von einer „gerechten Punkteteilung", sein Mittelfeldspieler Tom Krauß nannte es „ein verdientes 1:1, so ehrlich müssen wir sein". Widerspruch kam aus Bremen nicht.
| Minute | Was passierte |
|---|---|
| 4. | Erster Bremer Abschluss: Füllkrug per Kopf, ohne Gefahr |
| 8. | Elfmeter für Köln nach Handspiel von Regeer — Dallinga schießt flach nach links, Hein pariert |
| 11. | 1:0 Köln. Fehlpass im Bremer Aufbau, Krauß erobert, Skhiri bedient Maina, der flach abschließt |
| 13. | Krauß aus spitzem Winkel, Hein pariert erneut |
| 25. | Distanzschuss Moore |
| 43. | Bremer Schuss geblockt — die Ausnahme in einer schwachen ersten Hälfte |
| 49. | Deman scheitert an Schwäbe |
| 53. | Chuki scheitert an Schwäbe |
| 59. | Dinkçi trifft die Latte, nach Kopfballablage von Füllkrug |
| 63. | Hein mit Flugparade gegen Moore |
| 70. | 1:1 Werder. Ecke, Füllkrugs Kopfball wird abgewehrt, der Ball fällt ihm vor die Füße — Nachschuss drin |
| 74. | Said El Mala kommt unter großem Jubel |
| 83. | Mitchell Weiser kommt — erste Spielminuten seit vierzehn Monaten |
Die 8. Minute
Youri Regeer trifft beim Abschluss von Thijs Dallinga den Ball mit der Hand. Dallinga tritt selbst an und schießt flach ins linke Eck — Karl Hein hält. Es ist die Szene, ohne die dieses Spiel vermutlich anders erzählt würde.
Die 11. Minute
Drei Minuten später fällt das 1:0 trotzdem, und zwar nach einem Bremer Fehler im eigenen Aufbau. Tom Krauß erobert, Ellyes Skhiri schiebt quer, Linton Maina schließt trocken flach ab. Die FC-Fans wählten ihn später mit 37 Prozent zum Spieler des Spiels — passend zu seiner Rückennummer.
Die 70. Minute
Eine Ecke, Füllkrugs Kopfball wird noch abgewehrt, der Ball springt ihm vor die Füße. „Ich bin vielleicht ein Tickchen wacher als die anderen", sagte er hinterher. Es ist sein zweites Bundesligator seit der Rückkehr — und das dritte Werder-Tor dieser Saison nach einer Ecke.
| Minute | Stand | Torschütze | Entstehung |
|---|---|---|---|
| 11. | 1:0 | Linton Maina | nach Ballgewinn Krauß, Vorlage Skhiri |
| 70. | 1:1 | Niclas Füllkrug | Nachschuss nach einer Ecke |
Die erste Hälfte gehörte klar dem FC. Köln ließ kaum gefährliche Bremer Abschlüsse zu. Nach dem Wechsel kippte das Spiel innerhalb weniger Minuten: Deman, Chuki, dann Dinkçis Lattentreffer nach einer Kopfballablage von Füllkrug.
Thiounes Satz ist die kürzestmögliche Fassung dessen, was er schon vor dem Spiel gesagt hatte: dass zwischen dem 1:4 in Freiburg und dem 3:1 gegen Leipzig eine Grauzone liegt, in der sich diese Mannschaft bewegen werde. In Köln war sie genau dort.
Das Tor des Abends fiel nach einem Standard, und das ist bei dieser Mannschaft inzwischen kein Zufall mehr.
| Spieltag | Minute | Torschütze | Entstehung |
|---|---|---|---|
| 1. in Freiburg | 76. | Dariusz Stalmach | Kopfball nach Ecke von Grüll |
| 2. gegen Leipzig | 4. | Eren Dinkçi | Vorlage Chuki |
| 2. gegen Leipzig | 68. | Niclas Füllkrug | Kopfball nach Ecke von Grüll |
| 2. gegen Leipzig | 80. | Marco Grüll | aus dem Spiel heraus |
| 3. in Köln | 70. | Niclas Füllkrug | Nachschuss nach einer Ecke |
Drei von fünf Bundesligatoren nach einem Eckball. Zum Vergleich: In der gesamten vergangenen Spielzeit gelangen Werder nach Angaben von buten un binnen nur zwei Treffer nach Ecken. Dieselbe Zahl steht nach drei Spieltagen bereits bei drei.
Bei den beiden Kopfballtoren davor kam die Ecke jeweils von Marco Grüll, der in der Vorsaison in 33 Spielen auf eine einzige Torvorlage kam und nun schon bei zwei steht.
Die Geschichte des Abends stand nicht auf der Anzeigetafel.
In der 83. Minute wurde Mitchell Weiser eingewechselt — seine ersten Spielminuten seit dem Kreuzbandriss. Ausgerechnet in jenem Stadion, in dem er als Junge sechs Jahre lang spielte und in dem sein Vater Patrick Weiser Profi war. Nach dem Schlusspfiff weinte er; Niclas Füllkrug tröstete ihn.
Der Ausgleich war Niclas Füllkrugs zweites Bundesligator seit seiner Rückkehr und sein dritter Pflichtspieltreffer im vierten Spiel — den Pokal in Lüneburg eingerechnet. In der vergangenen Saison, die er nach Angaben von buten un binnen bei der AC Mailand verbrachte, war ihm ein einziges Tor gelungen.
Werder trat unverändert zum 3:1 gegen Leipzig an — die elf Spieler, für die Daniel Thioune vor der Partie eine Tendenz angedeutet hatte, begannen tatsächlich. Auf Kölner Seite nahm René Wagner gegenüber dem 1:4 in Stuttgart vier Änderungen vor.
| Position | Spieler |
|---|---|
| Tor | Marvin Schwäbe |
| Feld | Tom Krauß, Ellyes Skhiri, Gideon Mensah, Alessio Castro-Montes, Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili, Thijs Dallinga, Marius Bülter, Linton Maina, Mikey Moore |
| Neu in der Startelf | Skhiri, Bülter, Moore, Dallinga — für Jóhannesson, Okon-Engstler, Thielmann, Ache |
Für Mikey Moore und Thijs Dallinga waren es die ersten Startelfeinsätze für den FC. Beide fielen auf: Moore zwang Hein zur Flugparade, Dallinga verschoss den Elfmeter.
Bemerkenswert auch, wer nicht von Beginn an spielte. Said El Mala und Ísak Jóhannesson, die beiden Kölner, die in den bisherigen Duellen gegen Werder getroffen hatten, saßen zunächst draußen — beide hatten in der Woche zuvor wegen einer Erkältung nur teilintegriert trainiert. El Mala kam in der 74. Minute, Jóhannesson blieb auf der Bank. Getroffen hat stattdessen der Mann, den der kicker als Vertretung genannt hatte: Linton Maina.
| Platz | Mannschaft | S–U–N | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 8. | Eintracht Frankfurt | 1–1–1 | 7:8 | 4 |
| 9. | SV Werder Bremen | 1–1–1 | 5:6 | 4 |
| 10. | FC Schalke 04 | 1–1–1 | 3:4 | 4 |
| 11. | 1. FC Köln | 1–1–1 | 5:7 | 4 |
Vor dem Spiel standen beide bei drei Punkten, Werder Zehnter, Köln Elfter. Nach dem Spiel stehen beide bei vier Punkten — und der Abstand zwischen ihnen beträgt weiterhin genau ein Gegentor, 5:6 gegen 5:7. Die Tabellenzwillinge sind Tabellenzwillinge geblieben. An der Punktzahl ändern die beiden Sonntagsspiele nichts mehr; an der Platzierung möglicherweise schon.
| Datum | Begegnung | Ergebnis | Halbzeit |
|---|---|---|---|
| 29.11.2025 | Werder – Köln | 1:1 | 1:0 |
| 12.04.2026 | Köln – Werder | 3:1 | 1:0 |
| 12.09.2026 | Köln – Werder | 1:1 | 1:0 |
Aus Werders Sicht: drei Spiele, kein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage, 3:5 Tore. Und dreimal in Folge dieselbe Halbzeitzahl — die Heimmannschaft führte jedes Mal mit 1:0.
Wie ungewöhnlich dieser Punkt ist, zeigt der Blick über diese drei Spiele hinaus: Nach Angaben von buten un binnen hat der 1. FC Köln nur eines seiner letzten dreizehn Bundesliga-Heimspiele gegen Bremen verloren, in der Abstiegssaison 2023/24 mit 0:1. Dreißig Heimsiege gegen Werder sind Kölner Vereinsrekord gegen einen einzelnen Gegner. Ein Punkt im RheinEnergieSTADION ist für Werder also mehr wert, als die Tabelle vermuten lässt.
1. FC Köln gegen Werder Bremen 1:1, Halbzeitstand 1:0 für Köln. Linton Maina traf in der 11. Minute, Niclas Füllkrug glich in der 70. Minute aus.
Die achte Minute. Nach einem Handspiel von Youri Regeer bekam Köln einen Elfmeter, Thijs Dallinga schoss flach nach links und Karl Hein hielt. Drei Minuten später fiel das 1:0 trotzdem.
Nach einer Ecke. Füllkrugs Kopfball wurde noch abgewehrt, der Ball sprang ihm vor die Füße, den Nachschuss verwandelte er aus kurzer Distanz.
Ja. Er kam in der 83. Minute und absolvierte damit seine ersten Spielminuten seit vierzehn Monaten — ausgerechnet bei dem Verein, in dessen Jugend er sechs Jahre gespielt hat.
50.000 im RheinEnergieSTADION. Es war das Flutlichtspiel am Samstagabend und das Topspiel des 3. Spieltags.
Bei vier Punkten und 5:6 Toren, Köln ebenfalls bei vier Punkten mit 5:7. Am Sonntagmittag bedeutete das Platz neun für Werder und Platz elf für Köln; die beiden Nachmittagsspiele des Spieltags konnten die Reihenfolge noch verschieben.
Drei Spiele seit 2025/26: kein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage, 3:5 Tore. In allen drei Partien führte die Heimmannschaft zur Pause mit 1:0.
Am Samstag, 19. September, um 15:30 Uhr zu Hause gegen den FC Augsburg. Danach beginnt die verlängerte Länderspielpause.
Vor dem Spiel: 1. FC Köln – Werder Bremen: Vorbericht zum 3. Spieltag