Werder Bremen – Eintracht Frankfurt | Bundesliga | 3:3

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Bitteres Last-Minute-Gegentor: Werder verpasst den Befreiungsschlag gegen Frankfurt

Liebe Werder-Fans,

was für ein emotionales Wechselbad im Weserstadion! Unser SV Werder Bremen hat sich gegen Eintracht Frankfurt ein spektakuläres 3:3-Unentschieden erkämpft, das sich am Ende jedoch wie eine Niederlage anfühlt. Der Grund: Ein Last-Minute-Treffer von Ansgar Knauff in der fünften Minute der Nachspielzeit raubte den Grün-Weißen den so dringend benötigten Dreier.

Früher Schock und starke Reaktion

Dabei hatte die Partie denkbar schlecht begonnen. Bereits nach 52 Sekunden lag der Ball im Netz von Mio Backhaus. Frankfurts Neuzugang Arnaud Kalimuendo nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Bremer Defensive eiskalt aus und vollendete nach Vorlage von Nathaniel Brown zum 0:1. Ein Schock, der die Mannschaft von Horst Steffen zunächst lähmte.

Doch die Grün-Weißen zeigten Moral und kämpften sich zurück ins Spiel. Justin Njinmah wurde dabei zum Hoffnungsträger. Nachdem er in der 20. Minute noch knapp verzogen hatte, machte er es neun Minuten später besser: Nach einem perfekten Steilpass von Yukinari Sugawara setzte sich der schnelle Stürmer gegen Nnamdi Collins durch und vollendete überlegt zum 1:1. Das erste Werder-Tor nach drei torlosen Spielen – und wie wichtig war es! Das Nebelhorn ertönte erstmals seit Ende November wieder im Weserstadion, und die Erleichterung war greifbar.

In der Folge übernahm Werder mehr und mehr die Kontrolle. Die Bremer kombinierten sich immer wieder gefällig nach vorne und ließen die defensiv anfällige Eintracht kaum noch zur Entfaltung. Nur weitere zwingende Chancen blieben zunächst Mangelware.

Rückschlag nach der Pause – doch Werder gibt nicht auf

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Werder das spielbestimmende Team. Die Grün-Weißen drängten auf die Führung und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Umso bitterer war der erneute Rückstand in der 56. Minute: Nach einem Fehler im Spielaufbau eroberte Collins den Ball, wurde von Farès Chaibi bedient und schob zum 1:2 ein. Ein Treffer, der völlig gegen den Spielverlauf ging.

Doch diese Mannschaft hat Charakter bewiesen! Werder ließ sich nicht entmutigen und spielte weiter nach vorne. Njinmah hatte in der 68. Minute die Riesenchance zum Ausgleich, verzog aber knapp. Auf der Gegenseite vergab Chaibi die große Möglichkeit zur Vorentscheidung (77.) – ein Glück für die Grün-Weißen, denn was danach folgte, war pure Ekstase im Weserstadion.

Die magischen drei Minuten

In der 78. Minute war es dann soweit: Eine Freistoßflanke des eingewechselten Samuel Mbangula verlängerte Jens Stage per Kopf unhaltbar ins Tor – 2:2! Das Stadion bebte, doch es sollte noch besser kommen. Nur zwei Minuten später spielte Mbangula erneut einen überragenden Ball in die Tiefe. Romano Schmid erlief das Leder, behielt die Übersicht und legte quer auf Winter-Neuzugang Jovan Milošević. Der Serbe blieb eiskalt und vollendete gekonnt zum 3:2. Ein Traumeinstand für den Stuttgarter Leihspieler in seinem ersten Heimspiel!

Das Weserstadion war außer Rand und Band. Nach sechs sieglosen Spielen schien der Befreiungsschlag endlich geschafft. Die Mannschaft kämpfte, die Fans feierten – alles deutete auf drei so wichtige Punkte im Abstiegskampf hin.

Der bittere Schlusspunkt

Doch dann kam die kalte Dusche in der fünften Minute der Nachspielzeit. Nach einer Flanke von der Grundlinie traf Ansgar Knauff zum 3:3. Zunächst hatte der Schiedsrichter-Assistent die Fahne oben, weil er den Ball im Aus sah. Doch nach VAR-Überprüfung zählte der Treffer – ein Schlag ins Gesicht für alle Werderaner.

„Enorm bitter, wir waren klar die bessere Mannschaft“, brachte es Torschütze Njinmah am Sportschau-Mikrofon auf den Punkt. „Wenn du bis zur letzten Sekunde führst, dann fühlt es sich wie eine Niederlage an.“ Auch Cheftrainer Horst Steffen nannte den späten Ausgleich „total ärgerlich“, lobte aber die Leistung und Moral seiner Mannschaft: „Wir haben uns tolle Chancen erspielt, weiter Gas gegeben, auch nach den teils kuriosen Gegentoren.“

Fazit: Moral stimmt, Punkte fehlen

Trotz der Enttäuschung über die verpassten drei Punkte gibt es auch positive Signale. Die Mannschaft hat nach dem frühen Rückstand nicht aufgegeben, zweimal zurückgeschlagen und das Spiel sogar gedreht. Die Berichte über eine schlechte Stimmung in der Kabine wurden eindrucksvoll widerlegt. Njinmah beendete die Torflaute, Milošević zeigte bei seinem Debüt seine Qualitäten, und die Einwechslungen von Mbangula brachten frischen Wind.

Dennoch: In der Tabellensituation helfen schöne Auftritte allein nicht weiter. Werder wartet nun seit sieben Spielen auf einen Sieg, und die nächste Aufgabe hat es in sich. Am kommenden Samstag geht es zu Meister Bayer Leverkusen – ein schweres Unterfangen, aber nach dieser Leistung nicht aussichtslos.

Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kämpfen kann. Jetzt muss sie lernen, Spiele auch über die Zeit zu bringen. Denn am Ende zählen nur Punkte – und die sind im Abstiegskampf Gold wert.

Kopf hoch, Werderaner! Die Moral stimmt, die Qualität ist da. Jetzt braucht es das nötige Quäntchen Glück und die Cleverness, solche Spiele nach Hause zu bringen.

Die Fakten:

Tore: 0:1 Kalimuendo (1.), 1:1 Njinmah (29.), 1:2 Collins (56.), 2:2 Stage (78.), 3:2 Milošević (80.), 3:3 Knauff (90.+5)
Zuschauer: 41.800 (ausverkauft)
Nächstes Spiel: Samstag, 24.01., Bayer Leverkusen (A)

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