Werder – Paderborn 2:2: Dreimal 0:2, dreimal gepunktet

Werder liegt am 100. Geburtstag des Weserstadions zur Pause 0:2 zurück, Füllkrug trifft doppelt. Dreimal 0:2, dreimal gepunktet – ein Bundesliga-Rekord.

Werder – Paderborn 2:2: Füllkrug rettet den Punkt, der Sieg bleibt aus

Der Ablauf

Der Nachmittag begann festlich. Werder lief im fast vollständig weißen Sondertrikot zum Stadionjubiläum auf, die Ostkurve feierte den 100. Geburtstag mit Konfetti und einem Banner. Die erste große Chance hatte Werder: In der 15. Minute lief Marco Grüll allein auf Nahuel Noll zu und scheiterte, auch Chukis Nachschuss hielt der Paderborner Torwart.

Drei Minuten später lag Werder zurück. Nach einem Bremer Ballverlust kombinierte Paderborn schnell nach vorn, Steffen Tigges legte auf, und Stefano Marino traf aus dem Strafraum flach ins kurze Eck. Nach den Werten der Bundesliga hatte der Schuss eine Torwahrscheinlichkeit von vier Prozent. In der 30. Minute folgte das 0:2: Ein langer Einwurf von Jano ter Horst wurde im Fünfmeterraum nicht geklärt, Tigges schob aus kurzer Distanz ein.

Bis zur Pause hatte Werder weitere Gelegenheiten, Noll hielt gegen Füllkrug und Arthur, Grüll verzog kurz vor dem Halbzeitpfiff freistehend. Thioune brachte zur zweiten Halbzeit Mitchell Weiser für Chuki.

In der 59. Minute verlängerte Eren Dinkçi einen langen Ball per Kopf, Füllkrug lief ein und traf zum 1:2. Der Videoassistent prüfte, das Tor zählte. Sechs Minuten später flankte Weiser in den Strafraum, Olivier Deman nahm den Ball volley, und Laurin Curda blockte mit dem Arm. Schiedsrichter Robert Schröder zeigte sofort auf den Punkt. Füllkrug verwandelte flach, Noll ahnte die Ecke.

Danach drängte Werder auf den Sieg. Noll parierte gegen Weiser und Füllkrug, Weiser köpfte knapp vorbei. Auf der anderen Seite traf der eingewechselte Philippe in der Nachspielzeit den Innenpfosten. Es blieb beim 2:2.

MinuteStandWas passierte
15.0:0Grüll scheitert allein vor Noll, auch Chukis Nachschuss wird gehalten
18.0:1Marino ins kurze Eck, Vorlage Tigges
30.0:2Tigges nach einem langen Einwurf
46.0:2Weiser kommt für Chuki
59.1:2Füllkrug nach Kopfballverlängerung von Dinkçi
65.2:2Füllkrug per Handelfmeter
81./82.2:2Noll hält gegen Weiser und Füllkrug
90.+12:2Philippe trifft den Innenpfosten

59. Minute — der Anschluss

Ein langer Ball von links, Dinkçi verlängert per Kopf, Füllkrug läuft ein und trifft. Der Videoassistent schaut noch einmal hin, dann zählt das 1:2.

65. Minute — der Ausgleich

Weiser flankt, Deman nimmt den Ball volley, Curda blockt mit dem Arm. Schröder entscheidet sofort auf Elfmeter, Füllkrug trifft flach zum 2:2.

90.+1 — der Pfosten

Der eingewechselte Philippe zieht ab, der Ball springt vom Innenpfosten zurück ins Feld. Werder klärt. Fast hätte Paderborn die Feier im Weserstadion doch noch verdorben.

Die Tore

MinuteStandTorschützeVorlage
18.0:1Stefano MarinoSteffen Tigges
30.0:2Steffen Tigges–
59.1:2Niclas FüllkrugEren Dinkçi
65.2:2Niclas Füllkrug (Handelfmeter)–

Viele Chancen, zu wenig daraus gemacht

Nach den Werten der Bundesliga kam Werder auf 3,18 erwartete Tore, mehr als doppelt so viele wie Paderborn. Allein Füllkrug gab sechs Torschüsse ab, mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Dass es trotzdem nur zu einem Punkt reichte, lag an der eigenen Chancenverwertung und an Noll, der bei Grüll, Chuki, Füllkrug, Arthur und Weiser jeweils zur Stelle war.

Auch die beiden Gegentore ärgerten die Bremer. Beim 0:1 ging ein Konter Paderborns auf einen eigenen Ballverlust zurück, beim 0:2 brachte Werder einen Einwurf nicht aus dem Fünfmeterraum. Werder hat damit auch im sechsten Saisonspiel mindestens ein Gegentor kassiert und steht bei 12:12 Toren.

Dreimal 0:2, dreimal gepunktet

Gegen Augsburg drehte Werder ein 0:2 in ein 3:2, in Dortmund in ein 2:2, jetzt gegen Paderborn wieder in ein 2:2. Noch nie hat eine Mannschaft in der Bundesliga dreimal hintereinander nach einem 0:2-Rückstand noch gepunktet. Fünf Punkte hat Werder aus diesen drei Spielen geholt.

Die Serie zeigt eine Mannschaft, die nach Rückschlägen im Spiel bleibt. So spektakulär der Rekord klingt, er ist aber auch ein Warnsignal: Dreimal nacheinander musste Werder zwei Tore Rückstand aufholen. Gegen Paderborn kam das 0:2 schon nach einer halben Stunde, und anders als in Dortmund hatte Werder diesmal deutlich mehr Chancen als der Gegner.

Das Muster der späten Tore setzt sich fort: Elf der zwölf Bundesligatore hat Werder nach der Pause erzielt. Seit der Auftaktniederlage in Freiburg ist die Mannschaft in fünf Spielen ungeschlagen.

Füllkrug: fünf Spiele, fünfmal getroffen

Mit seinen beiden Toren steht Füllkrug bei sechs Bundesligatreffern und teilt sich die Spitze der Torjägerliste mit Patrik Schick. Er traf damit im fünften Bundesligaspiel in Folge, das war bei Werder zuletzt Claudio Pizarro im Frühjahr 2016 gelungen. Für Füllkrug selbst ist es die längste Serie seiner Karriere. Den Vereinsrekord hält Rudi Völler, der in der Saison 1982/83 in sieben Bundesligaspielen nacheinander traf. Die Fans wählten ihn mit 88 Prozent der Stimmen zum Spieler des Spiels.

Feiern wollte er nach dem Spiel trotzdem nicht. Er ärgerte sich über den verpassten Sieg und über zwei, drei Szenen in der Defensive. Thioune hob dagegen hervor, wie sehr Füllkrug die Mannschaft auch im Training mitzieht.

Weiser bringt Schwung

Mitchell Weiser kam zur Pause für Chuki, zunächst im zentralen Mittelfeld, später auf dem Flügel. Er brachte Schwung. Seine Flanke leitete den Handelfmeter ein, zweimal scheiterte er selbst an Noll, einmal köpfte er knapp vorbei. Vor dem Spiel hatte Thioune erklärt, Weiser nach seiner langen Verletzungspause weiter dosiert einsetzen zu wollen.

Paderborn trifft erstmals auswärts

Für Paderborn war es der zweite Auswärtspunkt der Saison und das erste Auswärtsspiel mit eigenen Toren. Ralf Kettemann hatte Tigges neben Marino in die Startelf gestellt, beide trafen. Nach der Pause kam Paderborn nur noch seltener vor das Bremer Tor, am gefährlichsten bei Philippes Pfostenschuss in der Nachspielzeit.

Wer gespielt hat

Thioune setzte zum fünften Mal nacheinander auf dieselbe Startelf. Amos Pieper war nach seinen Problemen aus dem Dortmund-Spiel wieder dabei. Kurz vor Schluss bekam Arthur Krämpfe, Werder hatte zu diesem Zeitpunkt keine Wechselmöglichkeit mehr. Thioune verwies anschließend darauf, dass Arthur im vergangenen Jahr nur wenig gespielt hatte.

PositionWerder Bremen
TorKarl Hein
AbwehrArthur, Amos Pieper, Marco Friedl, Olivier Deman
MittelfeldLudovít Reis, Youri Regeer, Chuki
AngriffEren Dinkçi, Marco Grüll, Niclas Füllkrug
EingewechseltMitchell Weiser für Chuki (46.), Cedric Itten für Dinkçi (63.), Dariusz Stalmach für Reis (79.), Paul Erevbenagie für Regeer (88.)

Gelb sahen Marino bereits in der 4. Minute nach einem Foul an Friedl und Regeer in der Schlussphase.

Die Tabelle

PlatzVereinSpieleTorePunkte
1.FC Bayern München622:514
2.Borussia Dortmund611:414
3.SC Freiburg615:613
4.Bayer 04 Leverkusen616:913
5.1. FSV Mainz 05614:1010
6.SV 07 Elversberg612:1110
7.RB Leipzig616:119
8.SV Werder Bremen612:129
9.Hamburger SV66:159

Werder rutscht vom siebten auf den achten Platz. Nächster Gegner ist Mainz, mit zehn Punkten Tabellenfünfter. Paderborn steht mit fünf Punkten auf Platz 16.

Die Bilanz gegen Paderborn, fortgeschrieben

DatumWettbewerbBegegnungErgebnis
29.11.2014BundesligaWerder – Paderborn4:0
26.04.2015BundesligaPaderborn – Werder2:2
08.12.2019BundesligaWerder – Paderborn0:1
13.06.2020BundesligaPaderborn – Werder1:5
15.08.20212. BundesligaWerder – Paderborn1:4
22.01.20222. BundesligaPaderborn – Werder3:4
19.10.2022DFB-PokalPaderborn – Werder2:2 n. V., 5:4 i. E.
30.10.2024DFB-PokalPaderborn – Werder0:1
17.10.2026BundesligaWerder – Paderborn2:2

Im Weserstadion bleibt der 4:0-Sieg vom November 2014 der einzige Bremer Erfolg gegen Paderborn. Nach zwei Heimniederlagen holte Werder diesmal immerhin einen Punkt. Insgesamt steht die Bilanz jetzt bei vier Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen in neun Pflichtspielen.

Wie es weitergeht

Jetzt folgen zwei Auswärtsspiele binnen vier Tagen, darunter die zweite Pokalrunde in Dortmund.

  1. Samstag, 24. Oktober, 15:30 Uhr — 1. FSV Mainz 05 gegen Werder.
  2. Dienstag, 27. Oktober, 20:45 Uhr — Borussia Dortmund gegen Werder, 2. Pokalrunde. Live im ZDF.
  3. Samstag, 31. Oktober, 15:30 Uhr — Werder gegen TSG Hoffenheim.
  4. Samstag, 7. November, 18:30 Uhr — VfB Stuttgart gegen Werder.

Häufige Fragen

Wie ist Werder gegen Paderborn ausgegangen?

2:2. Zur Pause führte Paderborn mit 2:0.

Wer hat die Tore geschossen?

Für Paderborn trafen Stefano Marino (18.) und Steffen Tigges (30.), für Werder zweimal Niclas Füllkrug (59. und 65., Handelfmeter).

Welchen Rekord hat Werder aufgestellt?

Werder hat als erste Mannschaft der Bundesliga dreimal hintereinander nach einem 0:2-Rückstand noch gepunktet: 3:2 gegen Augsburg, 2:2 in Dortmund, 2:2 gegen Paderborn.

Wer wurde zum Spieler des Spiels gewählt?

Niclas Füllkrug, mit 88 Prozent der Stimmen in der Fan-Abstimmung der Bundesliga.

Wie viele Zuschauer waren im Stadion?

40.517.

Wo steht Werder jetzt in der Tabelle?

Auf Platz acht mit neun Punkten und 12:12 Toren.

Wann spielt Werder wieder?

Am Samstag, 24. Oktober, um 15:30 Uhr beim 1. FSV Mainz 05.

Vor dem Spiel: Werder Bremen – SC Paderborn 07: Vorbericht zum 6. Spieltag